Über Armut und Soziale Ungleichheit

Armut bezeichnet im Grundlegenden den Mangel an der Befriedigung von Grundbedürfnissen, wie zum Beispiel Kleidung und Essen. So fehlen Betroffenen die finanziellen Mittel, um diese Bedürfnisse befriedigen zu können.

Armut wird in 3 Kategorien unterteilt:

Absolute Armut

  • Leben am äußersten Rand der Existenz
  • Gekennzeichnet durch Mittellosigkeit um lebenswichtige Grundbedürfnisse zufrieden stellen zu können
  • Permanentes Kämpfen ums Überleben
  • Grenze: US$ 1,25 pro Tag. Das sind umgerechnet 1,17€ (Stand: 02.04.2017)
  • 1,25 Milliarden Menschen weltweit betroffen

Relative Armut

  • Unterversorgung von materiellen und immateriellen Gütern in Verbindung mit beschränkten Lebenschancen
  • Zu geringes Einkommen für ein annehmbares Leben
  • Ein Einkommen von maximal 60% des durchschnittlichen Einkommens.

Gefühlte Armut

  • Auch sozial kulturelle Armut genannt
  • Ist ein subjektives Gefühl und Bewusstsein der Betroffenen
  • Lässt sich nicht an Einkommensgrenzen fest machen
  • Stellt sich ein, wenn Menschen durch ihre wirtschaftliche Situation gesellschaftlich ausgegrenzt oder diskriminiert fühlen
  • Das Gefühl nicht integraler Bestandteil der Gesellschaft zu sein

Armut in Deutschland

In Deutschland leben Millionen Menschen in Armut oder sind von ihr bedroht und dass, obwohl Deutschland ein wohlhabendes Land ist. Dabei besitzen rund zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland mehr als 50 % des gesamten Nettovermögens.

Doch in Deutschland spricht man nicht von einer existenziellen Armut, sondern von einer Einkommensarmut Dies bedeutet, dass Betroffene sich keine Güter leisten können, die für die Mehrheit der Deutschen normal ist, wie zum Beispiel neue Kleidung, Möbel und hochwertigeres Essen (Bioprodukte, Fleisch vom Schlachter und Ähnliches).
Als Arm gilt man in Deutschland erst mit einem Gehalt von unter  930€ im Monat. Mit diesem Monatseinkommen können sich viele gerade mal ihre elementaren Lebensbedürfnisse leisten.
Die Armut hat auch weitreichendere Folgen, da die Betroffenen so in einen Kreislauf geraten können, aus dem sie ohne Hilfe von außen nicht ohne weiteres rauskommen können. Außerdem leiden arme Menschen häufig an Mangelernährung, hohe Krankheitsanfälligkeit, sozialer Isolation und Suchtproblemen.
Menschen mit einem geringeren Bildungsstand sind gefährdeter in die Armut zu geraten, da die Chancen auf einen festen Arbeitsplatz mit einem geregelten Einkommen mit einem schwächeren Schulabschluss sinken.

Armut in Niedersachsen

Im Jahre 2015 betrug die Armutsgefährdungsquote in Niedersachsen 15,9%. Das sind 0,6% mehr, als im Vorjahr. Der bundesweite Durchschnitt betrug dabei 15,7%, 0,2 Prozentpunkte weniger als in Niedersachsen. Der Schwellwert in Niedersachsen betrug dabei 930€ (bundesweit lag dieser bei 942€).

Die Langzeitsarbeitslosenquote in Niedersachsen betrug 2015 1,9%. Das heißt, knapp 100.000 Menschen in Niedersachsen waren 2015 Langezitarbeitslos. Die Problematik bei der Langzeitarbeitslosigkeit liegt darin, dass es für diese Personen immer schwerer wird, einen Job zu finden, je länger sie Erwerbsuntätog waren; ein Teufelskreis also.